Einführung - Das Internet - DNS-Server
1. Die Sache mit dem Auskunftscomputer
Ich hoffe, ihr habt euch hier mal das Mausvideo angesehen. Denn nun kommen wir zu einer Sache, mit der man zwar als Webentwickler eher selten zu tun hat, sie aber trotzdem so wichtig ist, dass ich sie hier erklären möchte. Da es hier (wieder mal) nur um die Grundlagen geht, werde ich auf die Feinheiten nicht eingehen. Und wenn ein Admin deswegen rummosert, ja ich weiß.
2. IP-Adressen
Wie im Video schon angesprochen, können Computer sehr gut mit Zahlen umgehen, aber nicht mit Namen. Bei Menschen dagegen läuft das genau anders herum. Außer bei mir. Wenn ich früher ein Mädchen in der Disco kennen lernte, so wusste ich am nächsten Tag zwar noch ihre Telefonnummer, nur der Name war mir entfleucht. Das wäre zwar von der Kommunikation her kein Problem gewesen, hätte aber meinerseits zu peinlichen Momenten im Falle eines Anrufs geführt.
Also jeder Server ist im Internet mit einer eindeutigen IP-Adresse
ausgestattet. Dabei handelt es sich derzeit hauptsächlich noch um einen punktgetrennten vierstelligen Zahlenblock, der jeweils von 0
bis 255 reicht. So hat www.google.de die Adresse 74.125.77.106. Allerdings wurden Teile dieses Adressraums
für besondere Zwecke reserviert. So ist zum Bereich 192.168.x.x für interne Netzwerke vorgesehen.
3. DNS-Server
Da, wie schon gesagt, Menschen sich Zahlen nicht so gut merken können, gibt es das Domain Name System. Damit wird jeder IP ein Name zugeordnet. Und für die Verwaltung sind oben genannte Server zuständig. Um mal bei dem Beispiel mit dem Mädchen aus der Disco zu bleiben, muss man sich das so vorstellen. Ich als der große Zahlenmerker muss miterleben, wie ein Kumpel von mir ein tolles Mädel anbaggert und ich bekomme alle Details mit.
Am nächsten Tag fragt er mich dann "Ei hömma (hör mal), wie war noch mal die Telefonnummer von der Schnecke gestern Abend, der ..." wie auch immer sie geheißen haben mag. Darauf hin teile ich sie ihm mit. Gut ich könnte sie ja selber anrufen, aber in diesem Beispiel bin ich ein Computer und völlig asexuell. Außerdem interessiert mich das Gespräch (als Computer) einen Dreck, ist nicht mein Job.
Technisch gesehen bin ich also in diesem kruden Beispiel ein DNS-Server, der einem Client zum gewünschten Namen eine "Telefonnummer", vulgo IP-Adresse liefert. Gut, das Beispiel hinkt ein wenig, darum will ich noch mal das Prinzip veranschaulichen.
Illustration
Irgendjemand tippt also www.google.de in die Adressleiste des Browsers. Dann wird über eine DNS-Abfrage die IP des
eigentlichen Rechners ermittelt und dann erst erfolgt der direkte Zugriff darauf. Ein Rechner alleine muss es nicht sein, das können
auch mehrere sein, wenn sie zum Beispiel zu einem so genannten Cluster zusammen schließt. Aber das ist nun wirklich ohne Belang für uns.
4. Und wofür das Buhei?
Gute Frage. Wie ich eingangs schon sagte, hat man normalerweise als Webentwickler damit nicht sehr viel zu tun. Es gibt eigentlich nur eine Situation, wo man davon betroffen ist. Nämlich bei einem Umzug des eigenen Internetauftritts auf einen anderen Server. Das passiert zum Beispiel bei einem Providerwechsel, oder unter Umständen wenn man sich ein höherwertigeres Webhosting-Angebot holt.
Denn über eines müsst ihr euch im Klaren sein. Die IP-Adressen sind an Rechner gebunden. Wandert der eigene Auftritt also von einem zum anderen, so muss jedes Mal der entsprechende Eintrag geändert werden. Und da es mittlerweile zigtausend DNS-Server gibt, kann es mehrere Tage dauern, bis die alle auf den aktuellen Stand gebracht worden sind. Keine Angst, das geschieht automatisch, benötigt aber trotzdem Zeit.
Und je nachdem welchen DNS-Server jemand "benutzt", kann es während besagter Übergangszeit dazu kommen, dass der euren Auftritt nicht findet. Ach ja, wer sein Testsystem auf einem Zweitrechner einrichtet, dem wird das hier erläuterte Wissen auch helfen bei der Konfiguration des Client-Rechners. Dazu aber später mehr.