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Gedanken - Internetverbindung

1. Vorwort

Da immer mal wieder Leute bei mir nachfragen, warum ihre angeblich so schnelle Internetverbindung grottenlahm ist, hab ich mich jetzt endlich entschlossen, dazu mal ein paar Worte zu verlieren.

3. Volle Kraft voraus

So preisen uns Internetprovider ihre Pakete mit den waaaahnsinnig schnellen Verbindungen an. 16.000+, 24.000+ oder sogar 50.000+. Leider hat die Sache einen großen Haken, nämlich das Plus. Denn das bedeutet, maximal (!) verfügbare Geschwindigkeit. OK, andere lassen das weg und schreiben klein darüber „bis zu“. Ist aber dasselbe in Grün.

Was bedeutet das nun für uns? Zunächst mal gar nichts. Denn die tatsächliche Geschwindigkeit ergibt sich aus verschiedenen Faktoren.

Die Infrastruktur

Unsere Bundesregierung hatte zwar eine „Breitbandoffensive“ gestartet, die das Ziel hat, bis 2018 75% aller Haushalte mit 50 MBit-Anschlüssen zu versehen. Aber wie so oft, wenn es um technisch anspruchsvolle Projekte geht, verheddern sich unsere Politiker mit großer Regelmäßigkeit beim ewigen Kampf mit Lobbyisten, der IT-Industrie und den eigenen Verwaltungsbeamten.

Also gilt nach wie vor. Wenn ihr in einer recht großen Stadt wohnt, so sind eure Chancen auf schnelles Internet recht gut. Wohnt ihr dagegen in Kleinkleckersdorf, so müsst ihr mit dem Schlimmsten rechnen. Denn die durchschnittliche (!) Verbindung liegt in Deutschland derzeit bei etwa 13 MBit.

Außerdem gibt es noch ein Problem. Nämlich das, was eure Nachbarn so im Internet machen. Wohnt ihr in einer Gegend mit alten Leuten, die zwei Mal am Tag eine E-Mail verschicken, so sieht es für euch ganz gut aus. Sind eure Nachbarn dagegen pornosüchtig oder Filmfreaks und ziehen sich jeden Tag gigabyteweise Filme runter, so werdet ihr das sicher ein wenig merken.

Die Leitung im Haus

… auch gerne als „letzte Meile“ bezeichnet, ist der nächste große Knackpunkt. Denn wenn die von anno Tobak ist, so sieht es ebenfalls zappenduster aus. Bei uns im Haus ist zum Beispiel bei 6 MBit Ende im Gelände. Und nicht nur das. Nein, mein Provider musste sogar bei dieser Geschwindigkeit eine Bremse einbauen. Denn sonst raucht mir ständig die Verbindung ab.

Wem gehört die Leitung?

Tja, auch das ist ein leidiges Thema. Ist man bei Provider X, die Leitung aber gehört Provider T (ihr wisst schon wer), so kommt das nächste Problem. Eigentlich wäre Provider T dazu verpflichtet, Provider X einen Zugang zur so genannten Teilnehmeranschlussleitung zu gewähren, um gegebenenfalls die Leitungen hochzurüsten. Allerdings streiten sich alle Beteiligten noch darum, wer die Kosten zu tragen hat.

Welche Technik wird eingesetzt?

Da fallen mir persönlich die Folgenden ein:

So, Satellit ist schon mal richtig sch***e, weil bei jedem ordentlichen Gewitter die Verbindung über den Jordan geht. Und Glasfaser gibt es meines Wissens nach nur in den Großstädten. Bleiben also DSL und Kabel. DSL ist abhängig von der Qualität der Leitungen und Kabel bekommt man meines Wissens nur im Paket mit einem zusätzlichen Fernsehanschluss, der dann entsprechend kostet.

4. Und nun?

Tja, das hängt alles vom Wohnort ab. Welche Provider gibt es in meiner Region und wer bietet was an. Zuerst sollte man die grundsätzliche Netzverfügbarkeit für die unterschiedlichen Techniken testen. Dazu gibt es zig Anbieter im Netz, bei denen man sich schlau machen kann.

Aber!

Hier werden nur die maximalen Geschwindigkeiten ermittelt, die die Provider anbieten. Das hilft also auch nur bedingt weiter, wenn man auf einen DSL-Anschluss angewiesen ist. Bei Kabel muss man sich da meinem Wissen nach keine großen Sorgen machen.

Speedtest

Das ist die sicherste Möglichkeit, um die verfügbare Geschwindigkeit zu ermitteln. Denn da misst der Test die direkte Verbindung zum Endgerät. Sehr zuverlässig ist der vom "Rosa Riesen". Da weiß man dann ziemlich genau, was einen zu erwarten hat.

Ein paar Tipps zum Ende

WLAN ist langsam. Zumindest langsamer als eine direkte Verbindung. Also schließt, wann immer es möglich ist, euren Computer direkt an den Router an. Selbst die meisten WLAN-Dinger haben dafür einen Anschluss.

Wenn es ohne WLAN nicht anders geht, so klemmt alle Geräte ab, die ihr gerade nicht braucht. Denn die müssen sich die verfügbare Geschwindigkeit teilen. Und wenn die alle fleißig senden und empfangen (was die eigentlich immer tun), so merkt man das irgendwann. Besonders Smartphones und Tablets sind dafür berüchtigt.

Solltet ihr auf der Suche nach einer neuen Wohnung sein, so fragt mal bei den potentiellen Nachbarn nach, wie es bei denen aussieht. Und wenn ihr in eine WG nur mit WLAN einzieht, so macht euch darauf gefasst, dass abends die Verbindungsgeschwindigkeit je nach Anzahl der Mitbewohner fürchterlich lahm ist.

Und ganz wichtig!

Wenn ihr bei einem Provider seid und keine großen Klagen habt, so bleibt bei dem! Nichts ist der Geschwindigkeit abträglicher, als ein Wechsel des Anbieters. Denn dann habt ihr oft über Wochen überhaupt keine Verbindung. Null, nada, niente, nüscht.

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